Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH haben sich erfolgreich um die Mitarbeit im Projekt „TROLLEY“ bei der EU beworben, nachdem sie bereits 2009 die (Wieder-) Einführung von Obussen in Leipzig fundiert hatten untersuchen lassen.
Aufgabe der LVB im Rahmen dieses EU-Projektes ist es, einen Beitrag zu einem „Kompendium“ zu erstellen, das sämtliche mögliche Synergien zwischen einem elektrischen Stadtbus- und einem Straßenbahnsystem betrachtet, bewertet und dokumentiert. Dieses geschieht zum einen unter konkretem Bezug auf die Situation in Leipzig, soll zum anderen aber auch verallgemeinerbar sein auf andere Verkehrsbetriebe, die sowohl über ein Schienennetz verfügen als auch über ein Busnetz. Das Projekt soll im Herbst 2012 abgeschlossen sein.
Erste Ansätze für elektrische Antriebe im Busbereich sind derzeit durch den Einsatz von seriellen Hybridbussen im Rahmen der Projekte „Elektromobilität“ / „SaxHybrid“ gegeben. Im Rahmen des EU-Projektes soll auch herausgefunden werden, ob es andere, ggf. besser geeignete Antriebsarten für ein elektrisches Stadtbussystem gibt. Im Fokus der Untersuchung stehen daher insbesondere solche Systeme, bei denen die Stromversorgung der Busse partiell über eine Fahrleitungsanlage erfolgt.
Im Auftrag der LVB bearbeitet Rail & Bus Consultants GmbH (Düsseldorf) gemeinsam mit der Verkehrs-Consult Leipzig (VCL) GmbH folgende Arbeitspakete (WP: Work-Packages):
WP 3: Synergieeffekte bei Installation, Wartung und Betrieb von Anlagen für einen elektrisch betriebenen Stadtbus sowie einer vorhandenen Straßenbahn
WP 4: Machbarkeitsstudie für den Umbau der Buslinie 70 auf elektrischen Stadtbus-Betrieb
In Leipzig gibt es gute Voraussetzungen für die Umrüstung vorhandener Buslinien auf elektrischen Stadtbusbetrieb. Es gibt ein umfassendes Wissen in Bezug auf Beschaffung, Betrieb, Wartung und Instandhaltung von elektrischen Komponenten (Fahrzeugen, Stromversorgung, Fahrleitungen, Werkstatteinrichtungen usw.). Zusätzliche Synergieeffekte in Verbindung mit dem bestehenden Straßenbahnnetz sind aufgrund einer Koppelung beider Stromversorgungsanlagen zu erwarten.